Seite 1 Vorwort      
  Seite 2 Halle/S. Hbf - Teutschenthal Seite 10 Sangerhausen - Kassel  
  Seite 3 Bahnhof Teutschenthal - Röblingen a See Stw Ar Seite 11 Kassel - Sangerhausen  
  Seite 4 Röblingen a See Stw Ar - Röblingen a See Posten 17b Seite 12 Sangerhausen - Blankenheim  
  Seite 5 Im Bahnhof Röblingen a See Seite 13 Blankenheim - Eisleben  
  Seite 6 Im Güterbahnhof Röblingen a See Seite 14 Eisleben - Röblingen a See Westseite  
  Seite 7 Röblingen a See - Eisleben Seite 15 Im Güterbahnhof Röblingen a See  
  Seite 7.1 Anschlussbahn Braunkohlenwerk Halde Helfta Seite 16 Im Bahnhof Röblingen a See  
  Seite 8 Eisleben - Blankenheim Seite 17 Röblingen a See  Posten 17b bis Amsdorf  
  Seite 9 Blankenheim - Sangerhausen Seite 18 Amsdorf - Halle/Saale  
       
     
   
     
  Vorwort  
     
 

Hier gibt es ein paar Fotos von der früher Halle - Casseler Zweigbahn genannten Eisenbahnstrecke von Halle an der Saale über Oberröblingen (seit 1952 Röblingen am See), Sangerhausen und Nordhausen nach Kassel. Der Schwerpunkt liegt auf dem Abschnitt von Halle/Saale bis Sangerhausen. Die Fotos kommen dazu, wie ich Zeit habe. Ich ordne die Fotos nach dem Streckenverlauf von der alten Salzsiederstadt Halle/Saale bis zur Rosenstadt Sangerhausen. Salz und Rosen. Beides unverzichtbar im Leben. Was für eine Verbindung. 

Der Sinn dieser Seite liegt auch darin, zu weiterem Fotomaterial zu kommen, welches die Entwicklung der Strecke und die Geschichte des Bahnbetriebswerkes in Röblingen am See vervollständigen hilft. Vielleicht kann ich den Leser motivieren, mal im Familienalbum zu kramen, ob sich was Brauchbares an Fotos findet. Gleichzeitig danke ich allen bisherigen Leihgebern herzlich.

 
     
 

Die Verbindung von Halle/Saale nach Kassel hatte man zunächst über Erfurt gebaut, weil die Strecke über Nordhausen wegen der ungünstigen Topographie als zu schwierig eingeschätzt wurde. Das war es auch, was später die Fotografen zur Rampe zwischen Sangerhausen und Blankenheim pilgern ließ. Die Gesamtstrecke wurde am 13.März 1872 in Betrieb genommen. Der Streckenabschnitt Halle/Saale - Eisleben wurde am 1.September 1865, der Abschnitt Eisleben - Nordhausen am 10.Juli 1866 und der Teil Nordhausen - Arenshausen am 09.07.1867 eröffnet. Die Fotos sind Erinnerungen an eine damals wie heute bedeutende mitteldeutsche Hauptstrecke. Ich mache den Bahnhof Röblingen am See zum Mittelpunkt der Strecke. Betrieblich natürlich nicht exakt. 

 
     
 

 
 

Zeichnung Autor

 
     
 

Zwischen Sangerhausen und Kassel war ich selten, was recht profane Gründe hatte. Es war mir damals zum Fotografieren einfach zu weit. Der Aktionsradius meines 3,6 PS - Mopeds war außerdem durch Geldmittel für Benzin und einen ziemlich langen bewachten Zaun nach Kassel hin sehr begrenzt. Anfangs hat mich die Sache auch nur "knipsmäßig" interessiert. Einen ordentlichen Fotoapparat hatte ich auch nicht. Und keine Ahnung vom Fotografieren. Die Geschichte mit den Fotoapparaten steht hier. Ich wollte nun also auch mal ein Foto von einer Dampflok machen, nachdem ich 1968 angefangen und nach 2 Fotos von einer 86er auf der Insel Usedom gleich wieder aufgehört hatte. Irgendwann entstand mein zweites Foto eines Zuges mit einer Dampflok. Aber Wollen und Können sind wirklich verschiedene Dinge.

Da stehe ich im September 1977 also hinter einem Busch am Bahnhof und nehme mein erstes Foto einer 44er in

 
     
   
     
 

Röblingen auf. Keine Ahnung vom Fotografieren und dann rollt der Zug auch noch ohne Halt durch den Bahnhof. Der Busch im Vordergrund ist auch irgendwie blöd ... Wie macht man das eigentlich ? Wo soll der Zug beim Abdrücken sein? Guckt einer von der Trapo? Wie benimmt man sich unauffällig, denn irgendwie war das doch alles verboten, oder doch nicht? Keine Ahnung, also war es wohl verboten. So was geisterte halt im Kopf herum und so waren wir eben erzogen und außerdem lief ja meistens wirklich

 
     
 

immer irgendjemand von der Transportpolizei dort rum. Die liebevolle  Umschreibung "Schotterochsen" für die Genossen kannte ich noch nicht und war übervorsichtig. So nahm ich die Fotos aus vermeintlich sicherer Entfernung auf und nicht ohne den vom Vater geborgten Fotoapparat schnell wieder wegzustecken. Aber die Lok ist scharf, auch wenn man die Nummer nicht erkennen kann. Ich habe das dann gleich noch einmal versucht. Im "Schutze" eines Gerüstes zur  Wagenreinigung entstand ein Foto von der

 
     
 

Laderampe in Röblingen aus. 44 0623 kam vorbei. Die Jumbos, auch diesen Begriff kannte ich noch nicht, kamen ja im Takt. Merkwürdigerweise habe ich in dieser Anfangszeit nicht eine Diesellok fotografiert. Die Nummern an den Loks haben mich auch nicht interessiert. Gleich erinnerte ich mich aber, mal gehört zu haben, dass man bei bewegten Objekten mitziehen muss. So habe ich wohl am Tender vorbei gezogen. Geknipst wurde das mit einer Sucherkamera Altix - n. Belichtungsmesser hatte ich nicht, die Kamera

 
     
 

hatte auch keinen. Welche Belichtungszeit nimmt man eigentlich für einen Zug ? Ich entschied mich für die am Apparat kaum erkennbare Zahl 125, weil sie in der Mitte stand. Sonne lacht, Blende 8 hatte ich auch mal gehört. Sonne war ja nicht, also besser eine mehr - Blende 11. Irgendwie ging es trotzdem. Der gutmütige Film ORWO NP 20 hat fast alles mitgemacht. Dagegen hat sich der aus der SU importierte S/W - Film CBEMA Foto 65

 
     
 

anfangs beim Entwickeln echt zickig benommen, jedenfalls bis man es raus hatte. Dann war der ziemlich gut - bei sehr ausgleichender Entwicklung. Den Rest des Filmes füllten noch 44 0177 und jede Menge Katzen und Familienmitglieder, es ging ja nur darum, den Film schnell voll zu kriegen. 36 Bilder waren an einem Wochenende verschossen. Das hatte in unserer Familie noch keiner gemacht. Wahnsinn ! Wahnsinn war auch die Entwicklungszeit beim Dienstleistungskombinat Foto in Dresden. 3 Wochen! 

 
     
 

Es war schon wichtig, zu wissen, wie sich das Eingestellte an der "Hardware" auf dem Film darstellte. Motivlich war das zwar alles Mist aber rein belichtungstechnisch gings einigermaßen. Fortan wählte ich im wesentlichen die 125stel Sekunde zu meiner Standardbelichtungszeit. Bei den langsam fahrenden 44ern reichte das, wenn die vor schweren Zügen den Bahnhof verließen. Das war im September 1977. Heute weiß ich, dass man in den 9 Jahren seit 1968 manches schöne Maschinchen hätte aufnehmen können. Als ich später besser mit Belichtungszeiten umgehen konnte, blieb der "Gipser" - der berühmteste Güterzug auf der Strecke - meist in Röblingen zum Wasserfassen stehen und die Zuglok lieferte dann regelmäßig eine Galavorstellung vom Feinsten, wenn es losging. Nach meinen Beobachtungen - aber ich war ja auch nicht immer da - kamen nur wenige Eisenbahnfotografen nach Röblingen. Man blieb offenbar auf der Sangerhäuser Seite vom Blankenheimer Berg. Doch auch westlich von Röblingen begann bei 97,1 m üNN eine über 20 km lange Rampe bis zum Trennungsbahnhof Blankenheim mit einer Höhe von knapp 260 m

 
     
 

üNN. Hier war es weniger die Steigung als vielmehr die Länge, auf der die Loks der Baureihen 01, 03, 17, 22, 23, 38, 39, 41, 44, 50, 52, 54, 58, 74, 89, 93 und 94 sowie später die Dieselloks zeigen mussten, was in ihnen steckt. Auch beide 18er der VES-M Halle/Saale sind hier mit Planzügen unterwegs gewesen. Das Fotomaterial ist zu diesen Exoten auf der Strecke besonders rar. Links habe ich die 18 201, später 02 0201, zufällig mal im Juni 1983 bei der Durchfahrt in Röblingen erwischt.

 
     
 

 
     
 

Oben ein H0-Modellfoto ( Hersteller Modellbahn Manufaktur Crottendorf, das Foto in XXXL. ) der ehemaligen  badischen 18 314, später als 02 0314 bezeichnet. Die Loks vom Bw Halle P fuhren normalerweise im Dienst der VES-M Halle/Saale im Versuchsbetrieb. Aber die beiden Renner mussten auch im Planbetrieb aushelfen. Das waren in erster Linie Leistungen nach Berlin, Saalfeld und Nordhausen. So kamen sie im Winterfahrplan unter anderem vor dem E 240 von Halle/Saale nach Nordhausen auch in Röblingen vorbei. Zufällig war das der Zug, der mich in die Schule brachte und der noch genügend Zeit ließ, vor der Schule auf der Parkbank die Hausaufgaben nachzuholen. Es muss so im September/Oktober 1971 gewesen sein und es ist mir eindringlich im Gedächtnis geblieben. Der Zug fährt ein und man nimmt wahr, dass da vorn eine grüne, "rundgelutschte" Dampflok dran hängt. So sahen doch Dampfloks nicht aus. Und wieso überhaupt `ne Dampflok ?

 
       
 

Normalerweise war mir das egal, was dranhängt, denn es war ohnehin immer eine Diesellok und das hat mich nicht weiter interessiert. Aber diese grüne Lok war wohl wirklich was Besonderes. Normalerweise musste man nun gleich nach dem Einsteigen beginnen, die

 
 

Bild oben: Zitat aus dem Kursbuch der Deutschen Reichsbahn Winter 71/72

 
 

besagten Hausaufgaben von den Mädels abzuschreiben, damit man bis zur Schule fertig wird. In dem Fall habe ich es vorgezogen, erst mal den Kopf während der 10 Minuten Fahrzeit aus dem Fenster zu strecken, um diese Maschine zu beobachten. Es ging bergauf und mir ist, als ob es gestern war. Was ich damals nicht wusste, war, dass die 18 314 im Mai 1970 in Meiningen noch einmal eine L3 erhalten hatte, im September 1970 wieder abgestellt wurde und nach einer weiteren L0, anlässlich derer sie wieder 4 Wochen im RAW Meiningen verbracht hat, bis längstens Ende 1971 wieder betriebsfähig war. Noch im selben Jahr - am 31.12.71 - sollte sie dann endgültig abgestellt werden (danke, lew). Nun steht zu vermuten, dass es vielleicht doch die 18 201 war, die da vorn am Zug hing, wenn die 18 314 ihre Zeit in Meiningen abgestanden hat. 

 
     
 

Was ich darüber hinaus auch nicht wusste, war, dass es mich heute sehr gefreut hätte, wenn ich den Zug wenigstens mal am Bahnsteig in Röblingen oder Eisleben geknipst hätte. Aber womit hätte ich auch knipsen sollen ? Ich hatte keinen Fotoapparat - mehr. Meine Pouva Start aus "schlagzähem" Material von 1967 hatte sich irgendwann als nicht schlagzäh genug erwiesen. Mit so einer Billigknipse hätte ich mich aber sowieso nicht vor den Mädels gezeigt. Im Prinzip wäre das auch eine gute Gelegenheit gewesen, die Fotografiererei der Eisenbahn wieder anzugehen. Sie ist wieder verstrichen.

Hat überhaupt jemand den E 240 oder den Gegenzug E 243 mit Dampf auf dieser Strecke abgelichtet und würde mir ein Bild - egal wie schlecht oder wie gut - für diese Seite zur Verfügung stellen ? Vielleicht sind die Aufnahmen deshalb so schwer zu kriegen, weil der Zug im Wesentlichen nur von Ende September bis Ende Oktober fuhr und nach meiner Erinnerung nur tageweise von den Einzelgängern der VES-M in Halle befördert wurde. Kontakt.

 
     
 

Die meisten anderen Dampfloks habe ich nicht erlebt aber ich kenne einige Leute, die auf den Maschinen Dienst geleistet haben und nicht wenigstens mal ein Erinnerungsfoto geschossen haben. Manche von denen ärgern sich darüber, manche nicht. Zur ersten Gruppe gehört mein Vater, da ärgere ich mich ein bisschen mit. Was heißen soll, dass es wirklich sehr schwer ist, altes Fotomaterial zu finden. 

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  text und fotos, falls nicht anders erwähnt   ©hans-peter waack königswinter letzte bearbeitung 27.02.13   home