Eisenbahn   Deutschland   Röblingen a See
Das Bahnbetriebswerk Röblingen a See
 
   
   
     
     
   
   
       
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  Kleiner Beitrag zur Geschichte Teil 2   1900-1945  
     
 

Da bin ich wieder. Wir stiefeln mal zum höchsten Bauwerk von Röblingen - nach der Kirche. Ich war schon oft hier, nicht immer freiwillig. Aber es ist toll, wenn sich die Züge hier in die Kurve legen. Der typische Turm ist nun im Jahre 2013 schon mächtig ramponiert. Wie lange wird er wohl noch stehen ? Der Papa erzählt weiter über ...

 
     
 

Zum Wasserturm und zur Wasserversorgung des Bw Röblingen kann man an anderer Stelle etwas lesen.

 
       
 

Die Preußische Staatsbahn hatte um die Jahrhundertwende eine große Zahl von 3-fach gekuppelten Maschinen der Gattung T3 im Bestand. Im Bild steht eine vor einem Zug nach Querfurt im Bahnhof Oberröblingen am See. Viel kann man nicht erkennen, aber so ein Bild ist besser als gar keins. Auf der Streckenseite nach Querfurt kann man etwas mehr erfahren.

 
       
 

Auch 4-fach gekuppelte Lokomotiven der Gattungen G 7.1 und G 7.2 gab es reichlich. Eine solche G7.1 sieht man rechts.

MPW57_55669_1000.jpg (113009 Byte)  
       
 

g3_wittenberg_nach 1884_vor_1925_cs_b800.JPG (142822 Byte)

1903 kehrte man aber auf Vorschlag der Union Gießerei Königsberg zur C - gekuppelten Bauart zurück und stellte mit der preußischen G 4.3 (DR-Baureihe 53.3) eine verstärkte Variante der G 3, G 4.1 und G 4.2 in 58 Exemplaren her.

g3_nantes_6285_hano_1911_b700.jpg (159776 Byte)  
G 3 in Wittenberg bzw. kurz vor Pratau G 3 in Frankreich um 1911
       
  g3_zeichnung_b1000.jpg (172466 Byte)

Zeichnung einer G3 nach Musterblatt 14 mit Allan-Außensteuerung. Mehrheitlich wurde diese Bauart ansonsten mit Innensteuerung ausgeführt. 

 
       
   

Die noch von der DRG in 27 Exemplaren übernommene Bauart G 3  unterschied sich von den Vorgängerbauarten durch höhere Kessellage, größere Kessel - und Zylinderabmessungen, außen liegende Heusingersteuerung und - bei den zuletzt ausgelieferten Maschinen - auch durch eine Druckluftbremse, bei der die beiden letzten Achsen einseitig abgebremst wurden. Diese Loks waren vor allem für die Flachlandstrecken der Direktionen Königsberg und Danzig beschafft worden. Aber - und das finde 

 
       

 

ich bemerkenswert - die Direktion Halle hatte 5 Maschinen in Oberröblingen stationiert. Ich gehe jetzt mal spekulativ einfach davon aus, dass diese 5 Maschinen spätestens ab 1907 in Oberröblingen beheimatet wurden und dass die 27 von der DRG übernommenen Loks diese 5 eingeschlossen haben. Möglicherweise waren diese Maschinen bis Ende der 20er Jahre hier vorzufinden. Wie gesagt, alles Spekulation. Dann kamen auch schon die ersten preußischen T 16.1. 
  Ich danke Herrn Otfried Hubertus Eisenhardt für den Quellenhinweis.

 
     
  1.Juli 1904 Verlängerung der Strecke Oberröblingen - Querfurt nach Vitzenburg/Unstrut  
     
 

Am 1.Juli 1904 wurde die Verlängerung der Strecke Oberröblingen - Querfurt nach Vitzenburg/Unstrut in Betrieb genommen. Die Strecke Mücheln - Querfurt kam am 30.März 1911 dazu. In Querfurt entstand ein Lokbahnhof mit 2-gleisigem Lokschuppen in dem auch die Lokleitung untergebracht war. Querfurt war bis zuletzt Einsatzstelle des Bw Röblingen am See. Die Leistungen, die von hier aus gefahren worden sind, waren nicht unbedeutend.

Die verstärkte Industrialisierung der Bergbauregion im Südharz um Eisleben, Sangerhausen, und Nordhausen hatte erhebliche Steigerungen des Güterverkehrsaufkommen zur Folge. Wieder wurde es notwendig, leistungsfähigere Lokomotiven zu stationieren. 

Diese standen ab 1913 mit der preußischen T 16.1 zur Verfügung, welche die kleineren Loks  aus dem Hauptstreckendienst verdrängten. Die T 16.1 übernahmen auch den gesamten Verkehr auf der Strecke nach Vitzenburg/Unstrut und wurden für eine lange Zeit zur bestimmenden Gattung im Bw Oberröblingen. 

 
     
   
     
 

Es existiert ein Foto von 94 1345. Die Lok (ex T16.1) ist mit dem Bw Oberröblingen - Schild versehen und war am 31.10.25 dort beheimatet. Das undatierte Bild kann man also um das Jahr 1925 einordnen. Weiterhin war in Erfahrung zu bringen : Lieferer: BMAG / Baujahr 1922 / Fabr.-Nr.:7779 / angeliefert in die KED ESSEN als "8693", spätere DRG 94 1345. Bei der Lokzählung im November 1945 wurde die Lok noch in der SBZ vorgefunden. Foto Sammlung Waack

941345_b400.jpg (38988 Byte)  

 

 

 

       
 

Im Oktober 2007 hat man den Lokschuppen abgerissen. Daran war zur Aufnahmezeit des Fotos nicht zu denken, obwohl es schwierig einzuordnen ist. Nach vorliegenden Lageplänen war der Schuppen bis zum Jahre 1894 nur 3-gleisig. Die 3 Gleise sind vermutlich auf dem Bild in Form der 3 mittleren zu erkennen. Die 1894 erfolgte Erweiterung um 2 Gleise ist in einem Plan von 1901 dargestellt.   Foto Sammlung Waack

 
     
 

Im Jahre 1902 sind Werkstatt und soziale Einrichtungen errichtet worden. Die links zu sehenden Anbauten, zuletzt war das die Lokleitung, finden sich erstmals auf einem Plan von 1911. Im Schuppen steht links eine 94er, die die 94 1277 sein könnte.  Folgendes ist bekannt: Hersteller Maschinenfabrik Esslingen, als Essen 8647 abgeliefert nach Schlesien, 1925 von der DRG übernommen und als 94 1277 eingeordnet, 1945 bei der CSD verblieben, am 20.07.45 als 517.0500 eingeordnet, ab 07.09.45 als 537.0500 eingeordnet, bei CSD am 10.12.57 ausgemustert. Von (lew) erfahre ich: Lok ab 1945 bei der CSD verblieben, war davor bei einer Betriebsnummernzählung der Rbd Halle im Januar 1936 im Bw Leipzig Bayr Bhf. Im August 1943 von der RBD Halle als an die RBD Oppeln abgegeben, erfasst.

 
 

Im Jahre 1902 sind Werkstatt und soziale Einrichtungen errichtet worden. Die links zu sehenden Anbauten, zuletzt war das die Lokleitung, finden sich erstmals auf einem Plan von 1911. Im Schuppen steht links eine 94er, die die 94 1277 sein könnte.  Folgendes ist bekannt: Hersteller Maschinenfabrik Esslingen, als Essen 8647 abgeliefert nach Schlesien, 1925 von der DRG übernommen und als 94 1277 eingeordnet, 1945 bei der CSD verblieben, am 20.07.45 als 517.0500 eingeordnet, ab 07.09.45 als 537.0500 eingeordnet, bei CSD am 10.12.57 ausgemustert. Von (lew) erfahre ich: Lok ab 1945 bei der CSD verblieben, war davor bei einer Betriebsnummernzählung der Rbd Halle im Januar 1936 im Bw Leipzig Bayr Bhf. Im August 1943 von der RBD Halle als an die RBD Oppeln abgegeben, erfasst.

 
     
 

Man könnte auch annehmen, es ist die 94 1271. Das könnte sein, wenn das RAW Halle Erhaltungswerk für das Bw Fulda war. Dort war die Lok bis 1934. Vielleicht kam sie auch vom Bw Limburg, dort war die Lok vom 12.04.34 bis 01.03.52 und wurde dort am 04.03.66 ausgemustert. Es könnte dann möglicherweise eine RAW Probefahrt vom RAW Halle gewesen sein. Letzteres ist aber eher unwahrscheinlich. Man könnte weiterhin annehmen, es ist die 94 1221. Hier ist eine Stationierung am 25.07.45 im Bw Zwickau bekannt und ab 1957 beim Bw Magdeburg Rothensee. Am 11.04.74 wurde sie ausgemustert. Mit dem Aufnahmedatum ist es also etwas schwierig. Sie könnte also theoretisch ab 1936

 
     
 

bis 1943 auch im Bw On gewesen sein. Die Umzeichnung der preußischen Lokomotiven erfolgte im wesentlichen bis 1926. Zu diesem Zeitpunkt sollten alle Lokomotiven eingeordnet gewesen sein und hatten wohl auch ihre neuen Schilder mit den typischen breiten Ziffern. Diese Schilder wurden 1938  durch die Spitzziffern abgelöst, wie wir sie noch aus der Zeit bis 1970 bei der DR kennen. Man könnte nun davon ausgehen, dass die Aufnahme aus der Zeit bis 1938 stammt. Links sieht man schon  Bauaktivitäten. Der Umbau der  hölzernen  Front des Lokschuppen - wie auf dem Bild zu sehen - soll etwa 1932 erfolgt sein. Diese Datumsangabe scheint nun aber nicht zu stimmen. Schildermäßig ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Aufnahme zwischen 1936 und 1938 entstanden ist. Wegen der abgedunkelten

 
     
  lokschuppen_rn_um_1940_c_b800_small.jpg (29236 Byte)

Lampen muss man aber die Zeit ab 1939 auch berücksichtigen. In dieser Form hat der Schuppen praktisch bis auf wenige Änderungen bis zum Ende des Bw Röblingen bestanden. Auch das linke Foto, welches ich vor 30 Jahren dankenswerter Weise aus einem Familienalbum der Familie G. aus Röblingen abfotografieren konnte, lässt sich auf Grund der Einordnung im Album in die Kriegszeit des II. WK einordnen, auch weil die Pufferringe an der Lok im Schuppen Foto oben mit freundlicher Genehmigung B.G. (†)

 
     
 

zur besseren Erkennbarkeit der Lokomotiven bei abgedunkelten Lampen in dieser Zeit angebracht waren. Erst Anfang 1944 kamen Lokomotiven der Baureihen 58.10-21 und 58.2-3 ( ehemals preußische G 12 und badische G 12.1-7 -Anfang 1948 waren bereits 24 Loks vorhanden, höchster Bestand im Februar/März 1949 mit 28 Stück (nach 5) und einige 93 (preußische T14.1)  hinzu. Letztere übernahmen zeitweise auch den Personenverkehr zwischen Halle und Eisleben, was eher untypisch für das Bw Röblingen war. Damit wurden wiederum die T 16.1 aus dem Hauptstreckendienst verdrängt. 

In einer Liste der Rbd Halle vom 28.03.1944 gehörte das Bw Röblingen zusammen mit den Bw Großkorbetha, Halle G und Halle P sowie Merseburg zum Maschinenamt Cottbus der Rbd Halle. 

 
     
 

Über direkte Bombenangriffe auf die Anlagen des Bw im II. WK habe ich keine Kenntnis. In Röblingen selbst sollen nur vereinzelt Bomben gefallen sein. Mit Sicherheit lässt sich aber sagen, dass besonders ab 1943 eine große Anzahl der Lokomotiven auf den Strecken durch Angriffen aus Flugzeugen zu Schaden gekommen ist. Erzählungen berichten von gezielten Luftangriffen auf Züge. So soll es dem Lokpersonal eines Personenzuges gelungen sein, dem Zug nach mehrmaligem Hin - und Herfahren im Erdeborner Einschnitt Deckung zu geben. Trotzdem wurde durch die Terrorflieger erst die Lokomotive fahrunfähig gemacht und dann der Zug angegriffen. Bei Angriffen auf Züge sind wahrscheinlich auch Oberröblinger Personale ums Leben gekommen.

 
     
 

Krieg ist uncool, echt. Zum Bw Röblingen war das noch nicht alles, nee, nee. Im 3.Teil geht es weiter.

 
     
   
 
 
  text und fotos, falls nicht anders erwähnt   ©    hans-peter waack königswinter      letzte bearbeitung 12/2013   home  
             
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