Eisenbahn   Deutschland  
Strecke Halle/S. - Sangerhausen - (Kassel)   
Seite 12 - Gegenrichtung -
Sangerhausen - Blankenheim
 
   
   
     
     
  Seite 1 Vorwort      
  Seite 2 Halle/S. Hbf - Teutschenthal Seite 10 Sangerhausen - Kassel  
  Seite 3 Bahnhof Teutschenthal - Röblingen a See Stw Ar Seite 11 Kassel - Sangerhausen  
  Seite 4 Röblingen a See Stw Ar - Röblingen a See Posten 17b Seite 12 Sangerhausen - Blankenheim  
  Seite 5 Im Bahnhof Röblingen a See Seite 13 Blankenheim - Eisleben  
  Seite 6 Im Güterbahnhof Röblingen a See Seite 14 Eisleben - Röblingen a See Westseite  
  Seite 7 Röblingen a See - Eisleben Seite 15 Im Güterbahnhof Röblingen a See  
  Seite 7.1 Anschlussbahn Braunkohlenwerk Halde Helfta Seite 16 Im Bahnhof Röblingen a See  
  Seite 8 Eisleben - Blankenheim Seite 17 Röblingen a See  Posten 17b bis Amsdorf  
  Seite 9 Blankenheim - Sangerhausen Seite 18 Amsdorf - Halle/Saale  
       
   
     
     
   
     
 

01 1512 sollte als Heizlok in Stassfurt oder Güsten ihre Rentenzeit verbringen. Stattdessen fuhren die Kollegen mit ihr durchs Mansfelder Land. Ganz legal war das wohl nicht, wie später zu vernehmen war, aber den Fotografen war es recht. Und wenn es den Personalen nicht gefallen hätte, wäre die Lok wohl auch im Bw angekettet geblieben. So kam sie z.B. am 28.08.82 beim Block Steinberg den Berg hoch und man hatte nicht den Eindruck, dass die als Heizlok glücklicher gewesen wäre. 120 140 kommt am 16.08.80 vorbei.

 
       
       
 

28.04.91. Nun hängt der Draht und man kann sich gar nicht dran gewöhnen. Noch fahren aber die Dieselloks und es wird noch ca. 5 Wochen dauern, bis auch das vorbei ist. 132 525 bringt am 28.04.91 einen Personenzug bergwärts.

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Hans-Jörg Krispin habe ich die ganz wunderbaren Aufnahmen der Bergfahrt der 44 0504 und einer weiteren 44er mit dem Erzzug nach Helbra zu  verdanken. Dazu hat er Erlebnisse aufgeschrieben, die ich mit seiner freundlichen Erlaubnis wiedergebe. " Auf meiner geistigen Landkarte ist Sangerhausen erstmals 1977 erschienen anlässlich einer Klassenfahrt nach Berlin (West) - natürlich mit der Bahn. Der Transitzug nahm auf der Hinfahrt den Weg von Frankfurt a. M. über Erfurt - Sangerhausen - Halle. (...)  Ab

 
       
 

1979 hatte ich dann Gelegenheit, gezielter im Reichsbahnland auf Dampfpirsch zu gehen. Ein magischer Ort war ganz klar die Rampe Sangerhausen - Blankenheim. Ende der 70er, Anfang der 80er waren wir beim Fotographieren allerdings noch sehr auf der Hut. Das hatte eine "Selbstzensur" bei den Motiven zur Folge, um keinen Anstoß bei den "Organen" zu erregen. Bloß keine Industriebetriebe im Hintergrund, und in Bahnhöfen fühlte man sich auch irgendwie unwohl trotz des bekannten

 
       
 

"Gummi" - Fotographiererlasses. Was gab es da Unverfänglicheres als das  Rampenstück unterhalb des Riestedter Waldes Richtung Blockstelle Steinberg, weit abseits von jeder Bebauung inmitten von riesigen LPG-Ackerflächen. Wir standen also mit aufgebauten Stativen an besagter Stelle, und harrten der Dinge, die da kommen würden: Zum Beispiel dieser dampfbespannte Güterzug. Also noch mal die Kameraeinstellungen überprüft, als plötzlich mein damaliger Reisegefährte Thomas P. aufgeregt rief: "Runter mit dem Stativ!

 
       
 

Das iss'n Militärzug". Und tatsächlich, die eigenartigen olivgrünen Güterwagenentpuppten sich als Panzer auf Flachwagen. Die Fuhre zog unfotographiert vorbei, aus den Begleitwagen wurden wir misstrauisch beäugt. Naja, war ja noch mal gut gegangen,...bis dann einige Zeit später zwei Gestalten vom Waldrand über den Acker direktemang auf uns zu hielten. Kein Vopo-Grün, ... kein Trapo-Grau, ... in Zivil, ... uns wurde irgendwie unwohl, ... sollte uns da die Staatssicherheit am Wickel kriegen? Vollends

 
       
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rutschte uns das Herz in die Hose, als die beiden bei uns anlangten und der eine einen Ausweis zückte. Nach einem Blick auf diesen machte sich aber augenblicklich Erleichterung breit: Der zeigte uns seinen SED - Ausweis! Seinen Begleiter stellte er als eine Art Hilfssheriff vor (ich habe den DDR-spezifischen Ausdruck vergessen - Abschnittsbevollmächtigter ?). Er hätte uns aus einem Personenzug heraus gesehen, was wir denn hier machen würden. Wahrheitsgemäß erklärten wir, dass wir hier Züge fotographierten.

 
       
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Ob wir nicht wüssten, dass das verboten sei. Das sei von öffentlich zugänglichen Orten aus erlaubt, und außerdem - was gäbe es denn an diesen Äckern so wichtiges, entgegneten wir. Die seien für die Versorgung der Bevölkerung wichtig. Aha, na dann. Er würde jetzt nach Sangerhausen fahren und uns bei der Transportpolizei anzeigen. Fortlaufen sei sinnlos, er habe sich das Kennzeichen unseres an der Straße geparkten Wagens notiert. Fortlaufen hatten wir für die nächsten Stunden eh' nicht im Sinn, wir waren ja hier, um

 
       
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zu fotographieren. Nach geraumer Zeit kam unser strammer Staatsbürger wieder über den Acker - allein. Er habe sich von der Trapo in Sangerhausen sagen lassen müssen, dass Fotographen aus aller Welt hierher kämen, sogar aus Japan, entschuldigte sich vielmals und zog ab. Dem guten Mann war anzusehen, dass sein Weltbild ins Wanken gekommen war. Eben noch Retter der Republik, und jetzt genötigt, sich beim Klassenfeind zu entschuldigen. Genug geschwallt, jetzt kommen die Bilder. Gruß Hans-Jörg Krispin

 
       
 

Die nächsten Bilder von der Rampe stammen von Volker Fröhmer, der dazu u.a. schreibt:"...Fotos der 44 0858 des Bw Nordhausen mit dem Gipser Gag 56405 ( Niedersachswerfen-Coswig ) zwischen Blockstelle Steinberg und Riestedt im Verlauf der Strecke Sangerhausen - Blankenheim - Halle am 09.08.1981 und ein Foto der Schublok 44 0056 des Bw Sangerhausen... An dieser Stelle weilte ich des öfteren in den Jahren 1979 bis 1982.

 
       
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Auch mal, wie im September 1979, den ganzen lieben langen Tag, manchmal ohne Foto, nur Hören und Sehen, es war ein nettes Schauspiel. Die einzige etwas " tote " Zeit war so gegen Mittag, ansonsten ging es oft Schlag auf Schlag, meistens dreizylindrig! Heute frage ich mich aber manchmal, warum ich den " Gipser " nicht mal den ganzen Laufweg begleitet habe! Verpasst, versäumt! "Das könnten meine Worte sein. Wie oft habe ich mir diese Fragen gestellt. Muss ein allgemeiner Wesenszug der Menschen sein, Gelegenheiten

 
       
 

nicht zu nutzen um sich dann zu ärgern. Ich habe das nicht anders erlebt und so freue ich mich sehr über die freundlichen Bildzurverfügungsteller. Lassen wir dieses Bild von Volker Fröhmer vom 09.08.81 ( ich selbst war an diesem Tag übrigens mit dem Töchterchen baden ... ) mit einem tollen Nachschuss auf 44 0056 am Gipser einfach mal wirken. Wer es selbst erlebt hat, wie die Jumbos in Doppeltraktion oder im Schiebedienst die Rampe hoch donnerten, wird angesichts der Bilder alles wieder im Ohr haben. 

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  text und fotos, falls nicht anders erwähnt   ©    hans-peter waack dresden     letzte bearbeitung 27.01.10   home