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  Kleiner Beitrag zur Geschichte     Teil 3     1945 - 1970  
     
 

Kriegsende. Chaos. Auch in Oberröblingen. Man machte sich zunächst ein Bild, was noch an Maschinen in welchem Zustand da war. Nach einer Zählung der Kriegsschadloks durch das RAW Halle mit Stand vom 15.Oktober 1945 sind im Bw Röblingen 15 beschädigte Lokomotiven vorgefunden worden. Man bemühte sich, eine möglichst große Anzahl von Lokomotiven schnell wieder betriebsfähig zu machen und übernahm nun auch noch die Ausbesserung von Reisezug - und Güterwagen. Es befanden sich von nun ab durchschnittlich 17 betriebsfähige Lokomotiven im Bw, davon wurden 10 planmäßig eingesetzt. Die monatliche Laufleistung der Planloks betrug durchschnittlich 1782 km. Anhand der Unterlagen der Rbd Halle lässt sich nachvollziehen, dass mit dem Stichtag 31.01.47 drei Lokomotiven der BR 94  in Querfurt stationiert waren, von denen jeweils eine auf den Strecken von Querfurt nach Oberröblingen, Vitzenburg und Mücheln im Einsatz war. Im Laufe der Zeit waren die Maschinen des Bw Oberröblingen hauptsächlich auf dem unten abgebildeten Streckennetz und vor allem im Güterverkehr im Einsatz. Auf den Nebenstrecken wurde auch der Personenverkehr übernommen. Die direkt in Oberröblingen stationierten Lokomotiven wurden später wie folgt eingesetzt: 1 Lok der BR 58 lief zwischen Oberröblingen, Vitzenburg und Mücheln um. Eine weitere Lok der BR 58 war zwischen Oberröblingen und Teutschenthal im Einsatz. 2 Loks der BR 58 bedienten die Strecke von  Oberröblingen

 
 
 

nach Sangerhausen und eine weitere die Strecke nach Hettstedt. 2 Loks der BR 93  waren auf dem Abschnitt nach Teutschenthal im Einsatz. Zwischen Teutschenthal und Salzmünde pendelte eine 93er. Außerdem war eine 93er zwischen Oberröblingen und Sangerhausen im Einsatz. Diese Umläufe sind sicher in unterschiedlichem Maße über die Jahre modifiziert worden aber die Grundzüge sind recht gut erkennbar.

 
         
 

Am 1. November 1947 waren im Bw 401 Eisenbahner beschäftigt, davon 97 im Fahrdienst, 234 im Betriebsmaschinendienst (Werkstatt) und 70 für sonstige Arbeiten. Im Frühjahr 1949 wurde

 
Foto Sammlung Autor mit freundlicher Genehmigung B.G.(†)
     
 

eine neue mechanische Besandungsanlage gebaut. Bei dem Sandverbrauch in der Steigung nach Blankenheim war das ein nicht zu unterschätzender, wesentlicher Fortschritt, denn das mühsame Verfahren mit Eimer und Leiter - hier z.B. links im Bild bei der Lok 58 1236 - konnte aufgegeben werden. Das war den Eisenbahnern eine Feierstunde wert. Die Lok im rechten Bild ist 58 445 mit der Aufschrift "Jugendlok Bw Oberröblingen".

 
       
 

Links steht wieder 58 1236 um 1960 vor dem Schuppen und manchmal traut man seinen Augen nicht. Da suche ich seit 30 Jahren Fotos von Röblinger 58ern und finde keine. Wenigstens hatte die Firma Rivarossi ein Einsehen und brachte das Modell ihrer G12 als 58 1236 vom Bw Oberröblingen heraus. Das ist mal eine Überraschung. Das dürfte auch die erste und einzige Lok des Bw Oberröblingen sein, die als Modell existiert. Ein schönes Denkmal hat man den "Gezwölwen" damit gesetzt. Ich bedanke mich an dieser Stelle beim Team Foto Sammlung Autor mit freundlicher Genehmigung B.G.(†)

 
     
   
     
 

des LOKPAVILLON Dresden für die Gelegenheit, die Maschine fotografieren zu können. Und wer die Lok in Farbe sehen will, kann hier mal klicken. Achtung, sehr großes Bild.

 
       
 

Eine andere Röblinger G 12 war 58 401, die man in einer Aufnahme um 1960 links sehen kann. Foto Sammlung Autor mit freundlicher
Genehmigung B.G..(†)

 

 

       
 

Und dann gibt es ein interessantes Foto in Querfurt. Es ist aus der Zeit nach 1945, denn es handelt es sich um eine Fremdlok, der man - noch -  keine Reichsbahn - Nummer gegeben hat. Die Lok kam im Krieg aus Belgien. Das belgische Herkunft - Bw war Mons. Die Lok ( Essen 8167/ Schwarzkopff 5966/1916/ex KPEV T16.1/ex SNCB 9865) ist die spätere 94 1808. Die Lok ging ab 20.01.42 vom Bw Mons weg und wurde ab 02.02.42 wohl als Leihlok beim Bw Dresden Friedrichstadt geführt. Bei einer Lokzählung der Rbd Dresden am 25.7.1945 wurde die Lok dort erfasst. Bei der nächsten Lokzählung am 10.4.1946 wird sie dort auch noch erfasst. Im Zuge der Gattungsbereinigung verließen die T16.1 die Rbd Dresden. Am 16.01.47 endete der Einsatz beim

 
       
 

Bw Friedrichstadt. Die Lok kam zur Rbd Halle. Ab 11.10.47 ist das Bw Oberröblingen im Betriebsbuch eingetragen. Auf der Basis einer Anweisung vom 23.02.57 zur Umzeichnung der belgischen T 16.1 (94 1801 -1811) erfolgte die Umzeichnung zur 94 1808 am 04.04.57. Das Bild ist also zwischen dem 11.10.47 und dem 04.04.57 gemacht worden. Für die Mithilfe bei der Beschaffung von Informationen danke ich lew, Herrn Lüderitz und Herrn Hütter. Foto rechts mit freundlicher Genehmigung von B.G.(†). Die bekannten Stationierungen:

 
    Foto oben mit freundlicher Genehmigung B.G. (†)  
  bis 19.01.42 Bw Mons (Belgien) ab 10.04.57 bis 24.01.59 Bw Falkenberg  
  ab 02.02.42 Bw Dresden-Friedrichstadt bis 02.10.64 Bw Cottbus  
  ab 16.01.47 Rbd Halle bis 02.11.65 ( Ausmusterungsdatum ) Bw Nordhausen, hier  
  ( bis 10.10.47 Bw Merseburg) 02.08.65 außer Betrieb genommen.  
  ab 11.10.47 bis 09.04.57 Bw Oberröblingen    
       
 

Ab Ende der 40er Jahre wurden nach Beseitigung der Zerstörungen wieder Güterzüge von Oberröblingen nach Nordhausen, Halle, Hettstedt und Engelsdorf mit der Baureihe 58 gefahren. Es war die Zeit der Langläufe mit den "Jugendloks". Den Auftakt im Bw Oberröblingen machte 58 2013 zu einer Fahrt nach Berlin zu einem so steht es am Tender -  Deutschlandtreffen der Jugend - Der Zug steht 1950 am Bahnsteig 2 in Oberröblingen. Hinter der Lok ein interessanter ehemals französischer Wagen. 

 
       
 

Lothar Belau weiß mehr dazu: Französische NORD - Bahn ist richtig, genauer gesagt einer vom Typ C11yi, später C11yfi genannt. Hiervon wurden zwischen 1928 und 1936 insgesamt 245 Stück gebaut, ein paar davon waren in Frankreich noch bis Ende der siebziger Jahre betriebsfähig. Trotz des äußeren Eindrucks handelte es sich hierbei nicht um Abteil-, sondern Großraumwagen dritter Klasse. Die fünf Türen pro Seite entsprechen der Ursprungsausführung. Sooo luxuriös war die Beförderung der VIPs also auch wieder nicht. Foto Sammlung Autor mit freundlicher Genehmigung B.G..(†)

 
       
 

Und das ist eines der originalen Lokschilder dieser Lokomotive, die wenigstens im Zeitraum von 1945 bis 1955 hauptsächlich in Oberröblingen stationiert war.

 
     
 

Ein im Dezember 1950 gefahrener Langlauf von 374 km erfolgte von Oberröblingen nach Niedersachswerfen, zurück nach Halle und wieder nach Oberröblingen ohne Gestellung einer Ersatzlok. Das liest sich leicht. Die folgende Tabelle zeigt aber zum einen, mit welchen - durchaus üblichen - Problemen sich der Werkstättendienst herumschlagen musste und zum anderen geben die Aufschreibungen wertvolle Hinweise auf die Lokstationierung beim Bw Oberröblingen in den Jahren 1958 bis 1960.

 
     
 

 

 
       
 

Von 58 1890 habe ich dieses Foto. Sicher eine Dienstplangemeinschaft, die um 1960 vor der Lok steht. In der Dienstuniform drückt das Foto die Zugehörigkeit der Eisenbahner zu Lokomotive und Beruf aus, der für die Eisenbahner wirkliche Berufung war. Der junge Kollege P. auf dem Bild ganz links war 20 Jahre später einer meiner Rechtsaußen. 
Foto: Sammlung Autor mit freundlicher Genehmigung K.S.(†).

 
     
  1962 - Die Baureihe 74 kommt nach Röblingen  
     
 

Eine Episode war ab 1962 der Zugang von einigen Loks der BR 74. 74 874 war zwar in Querfurt stationiert und fuhr auch gelegentlich Leig - Einheiten auf der Geiseltalbahn aber die anderen Loks dieser Baureihe waren größtenteils an Industriebetriebe vermietet oder wurden zu "Rest" - Diensten herangezogen. Ähnlich erging es 89 6209 (ehemals Kleinbahn Annaburg - Prettin). Sie war 1961/62 im Bestand und wurde danach an die Zuckerfabrik Erdeborn verkauft. 

 
     
  1964 - Die Baureihe 83.10 wird im Bw Röblingen stationiert  
     
 

Ab 1964 wurde die BR 83.10 in Röblingen stationiert, die ihrerseits die Baureihen 93 und 94 ablösen sollte. Die 83er hat offenbar niemand fotografiert. Auch nach 25 Jahren Suche ist noch kein Foto dieser Neubaulok beim Bw Röblingen aufgetaucht.

 
     
 

Die Baureihe 93 kam von 1963 bis 1966 wieder ins Bw und löste in dieser Zeit erneut die BR 94 im Personenzugdienst ab.

Auch die Baureihe 52 kam neu nach Röblingen. Damit wurden die verbliebenen 58er abgelöst. Durch die ab 1968 vollzogene weitere Zuführung von Loks der BR 52.80 und später die ersten Dieselloks der BR V60 war es möglich die 83.10 im Nebenbahndienst zu ersetzen, die hier - wie andernorts auch nicht - nicht befriedigt hat.

 
     
 

Am 01.03.66 sind 16 G12 im Bw, davon sind mindestens 5 in Untersuchung oder z-gestellt oder stellen die Heizlok. 6 Loks der Baureihe 93.0 stehn 15 Maschinen der Baureihe 94.5 gegenüber. 5 94er sind z-gestellt oder vermietet.

 
     
  1968 - Die Baureihe V 60 wird im Bw Röblingen stationiert  
     
 

Sehen wir mal, wie sich der Lokomotivbestand am 01.03.68 im Bw Röblingen a See darstellt. Für diese Info danke ich lew, der diese Zahlen in bewährter Weise aus Primärquellen zusammengetragen hat.

Es finden sich am 01.03.68 insgesamt 2 44er, 6 Altbau 52er (davon sind 2 abgestellt), 10 52.80 (davon 2 in L0) und 2 G12, die entweder z-gestellt sind oder als Heizlok fungieren. Daneben sind noch 6 83.10 im Bw (!!!! von denen ich immer noch kein Bild habe, das ist aber auch schwer mit den 83ern !!!!) Das sind also insgesamt 26 Loks.

 
     
 

1968 übernahm das Bw Röblingen Aufgaben der Dampflokunterhaltung vom Bw Halle P. So waren jetzt auch Schnellzugloks der BR 03 beim Bw in Röblingen in der Unterhaltung, die allerdings hier nicht gedreht werden konnten. Auch die Loks der BR 86, die noch auf dem Reststück der Halle - Hettstedter Bahn von Hettstedt nach Gerbstedt und Heiligenthal eingesetzt waren, wurden hier unterhalten. Dazu wird es nach Auswertung weiterer Quellen mehr Informationen geben.

 
       
 

Aus dieser Zeit stammt auch das Schild einer langjährigen Lok im Bw Röblingen. Das Schild von 52 8059 hat sich erhalten. Es hängt in einer Kneipe in Leipzig.

 
       
 

Das ist eines der damals üblichen Gipsbilder, die man zu allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten übereichte. Hier mal die "Goldversion" oder ist das die Bronzeausgabe ?  Interessant scheint in diesem Zusammenhang die Auswahl der Lokomotive. Hier handelt sich offenbar um eine Baureihe 05, die es aber im Bestand der Deutschen Reichsbahn der DDR gar nicht mehr gab. Das Größte war eben gerade gut genug. Dürfte so um 1960 gewesen sein, wobei diese Bilder aber über einen sehr langen Zeitraum verwendet wurden. Und so findet man auch diese Ausführung in "Silber" zum 40-jährigen

 
       
 

Dienstjubiläum aus dem Jahre 1959. Ich danke Herrn Walter Hönig für die Bereitstellung der Fotos von dieser Erinnerungstafel. Ist auch `ne 05er, wie es scheint...

 
     
  1969 - Die Baureihe 44.0 wird im Bw Röblingen stationiert  
       
 

Die 52er waren auf den Steigungsstrecken nach Sangerhausen kein vollwertiger Ersatz für die Baureihe 58 und so wurden, beginnend ab 1969 Lokomotiven der BR 44.0 mit Ölhauptfeuerung stationiert. Da Röblingen keine Ölbetankungsanlage besaß, mussten die Loks in anderen Bahnbetriebswerken Öl bunkern. In erster Linie war das der Fall in Halle, Sangerhausen und Nordhausen. Hier ein undatiertes Foto der 44 0300 auf dem Bekohlungsgleis, im Westteil des Bahnbetriebswerkes.  

 
Foto: Sammlung Autor mit freundlicher Genehmigung P.T.
     
 

Der Lokomotivbestand am 01.03.70:

7x44, davon 2 in Lo oder L4, 11x 52.80, 2x G12 als Heizlok oder Dampfspender, 3x 86 und 1x V60, das war die V60 1070. Vielen Dank an lew. Die 86er waren die auf dem Reststück der Halle-Hettstedter Eisenbahn eingesetzten Maschinen.

 
     
 

Der Einsatz einiger Loks der Baureihen 50.0 und 58.30 im Jahre 1971 blieb eine Episode und hing lediglich mit dem hohen Schadlokbestand der Baureihe 44 zusammen, die zeitweilig ersetzt werden mussten. Den mir bekannten Bestand an Lokomotiven im Bw Oberröblingen/ Bw Röblingen habe ich unter Statistik begonnen, zusammenzufassen. 

 
     
 

Im 4.Teil gibt es den Bericht über die nächsten Jahre bis zum Ende des Bahnbetriebswerkes Röblingen und mein Forschungsergebnis. Klick.

Pension Familie Waack in Röblingen. Frische Brötchen zum Frühstück in gemütlicher Atmosphäre beim Eisenbahner
 
 
 
   
 
 
  text und fotos, falls nicht anders erwähnt   ©    hans-peter waack dresden     letzte bearbeitung 10.01.10   home