Eisenbahn   Deutschland   Röblingen a See  
  Das Bahnbetriebswerk Röblingen a See  
  Teil 1 - Kleiner Beitrag zur Geschichte 1872 - 1900  
     
   
   
   
     
   Teil 1 -  Kleiner Beitrag zur Geschichte     1872 - 1900  
   Teil 2 -  Kleiner Beitrag zur Geschichte     1900 - 1945  
   Teil 3 -  Kleiner Beitrag zur Geschichte     1945 - 1970    
   Teil 4 -  Kleiner Beitrag zur Geschichte     1971 bis zum Ende des Bahnstandortes Röblingen a See  
   Teil 5 -  Die baulichen Anlagen und die Wasserversorgung  
   Teil 6 -  Die technischen Anlagen  
   Teil 7 -  Die Heizlokomotiven    
   Teil 8 -  Ein bisschen Lokomotivstatistik    
   Teil 9 -  Lokschilder röblinger Lokomotiven    
   Teil 10 - Bemerkungen zum Bahnstandort Röblingen am See und zum Bahnhof  
   Teil 11 - Zeittafel der letzten 250 Millionen Jahre in Röblingen am See  
     
   
     
  1971 bis zum Ende des Bahnstandortes Röblingen a See  
     
   1973 - Die Baureihe 131 wird im Bw Röblingen stationiert  
     
 

Am 2.4.73 war es soweit. Die erste "Ludmilla" in Gestalt der 131 009 stand auf dem Hof. Nach der Abnahme am 29.03.73 im Bw Halle G wurde sie also sofort nach Röblingen umbeheimatet. Die Altbau-52er wurden mit Zuführung der Großdieselloks abgegeben oder fristeten als Heizloks weiter ihr Dasein.

 

131 009 im März 1991 auf der Drehscheibe

     
 

Mit der endgültigen Aufgabe der Dampflokunterhaltung im Jahre 1967 im Bw Halle P bekam zunächst das Bw Halle G die Aufgaben. Die auf dem Rest der Halle-Hettstedter Bahn eingesetzten 86er kamen 1968 mit der Einsatzstelle Gerbstedt zum Bw Röblingen. Gerbstedt wurde ab Ende 1974 wieder Einsatzstelle des Bw Halle P. Wie der Statistik für diese Baureihe zu entnehmen ist, waren die 86er ab 1968 buchmäßig beim Bw Röblingen, die

 
Foto mit freundlicher Genehmigung von Werner Graf, Hettstedt um 1975
     
 

letzte war 86 1435, die bis 17.09.75 geführt wurde, aber schon ab 04.09.75 abgestellt war. Auf dem Foto war sie also schon beim Bw Röblingen. Sie wurde nach der Abstellung am 18.09.75 verschrottet.

Die Unterhaltung der Schnellzugloks der Baureihe 03 wurde ab 2.Halbjahr 1973 ebenfalls vom Bw Halle P zum Bw Röblingen verlagert. Die Statistik dazu kann hier eingesehen werden. Die Loks kamen nach Röblingen zum Auswaschen und zur Reparatur. Die Triebfahrzeugpersonale kamen weiterhin vom Bw Halle P.  

 
     
 

Auch die Neubaulok 35 1004 tauchte jetzt öfter in Röblingen auf. Mindestens vom 13.07.74 bis 05.09.75 wurde die Beheimatung im Bw Röblingen auch buchmäßig quittiert, entnehmen wird dem Betriebsbuch. Die 03.2 kamen offenbar letztmalig zur Frühjahrsmesse 1976 in Leipzig vor den Messesonderzügen zum Einsatz.

 
     
 

Im Frühjahr 1976 konnte man rund um Hettstedt noch die 86 1722 und 86 1738 im Einsatz finden. Diese wurden ab September 1976 durch 110er ersetzt. In Gerbstedt wurde die 86 1771 mindestens im Oktober 1976 noch als Heizlok eingesetzt. Im Herbst 1976 waren dort auch noch die 86 1061 und 86 1573 abgestellt. In Röblingen verblieben nur die Rekoloks der Baureihe 52.80.

 
     
 

Bis 1976 wurden weitere Loks der Baureihen 101,106 und 131 in Röblingen stationiert. Mit der einzigen 101 war das so eine Sache. Buchmäßig war wirklich 101 618 zeitweise stationiert, aber was hätte man mit der hier machen sollen. Stattdessen hat man die Lok in Halle belassen und sie rangierte im Bereich der ehemaligen VES-M bzw. beim späteren IfE Halle/Saale. Da gab es in den 70er und 80er Jahren wahrlich genug zu tun. Ich habe sie in Röblingen auch niemals gesehen, in Halle allerdings öfter mal. Sie war aber ordnungsgemäß mit Bw Röblingen beschriftet. Leider habe ich kein Foto.
Im September 1977 habe ich dann auch mitbekommen, dass es in Röblingen ein Bahnbetriebswerk gibt, welches mich bis dahin nicht interessierte. Das wurde nun anders.

 
     
 

Aber wie sollte man sich dieser Dienststelle nähern, wo jeder wusste, dass das Fotografieren dort - wie allgemein bei der Reichsbahn - doch nicht erlaubt war. Das stimmte zwar nicht so ganz, aber es war besser, nichts zu riskieren. Also schaute ich mich zuerst an den Abstellgleisen um. Da stand bei meinem ersten Besuch eine 52er. Später erfuhr ich, dass es die  52 8044 war, die da gerade aus dem RAW Meiningen kam und auf die Inbetriebnahme wartete. Die war zwar kalt aber sehr beeindruckend. 

 

52 8044 nach RAW-Aufenthalt im September 1977 im Neubau

     
   1980 - Röblingen bekommt Loks der Baureihe 110  
     
 

Ab 1980 wurde nun auch die BR 110, die ersten vom Bw Leipzig - West kommend, in Röblingen heimisch und im Dezember 1980 übernahmen die Loks schon 2 Umläufe der 52.80 nach Vitzenburg und Merseburg/Schafstädt. Dazu wurden am 11.Dezember 1980 die Loks 110 138 und 110 140 im Bw Röblingen stationiert.

 
     
 

52 8033, eine langjährige Stammlok steht im August 1980 vor dem Schuppen. Ich bin soeben mit dem Fahrwerkputzen fertig geworden, was man hoffentlich erkennen kann. Die zum Säubern aufgesprühte Seifenlauge war nicht das Problem aber was dann an fein zerstäubtem Achsöl dazu kam, würde die Umweltschützer von heute zum Herzanfall bringen, weil wir da ja doch recht freimütig mit der Ölspritze herumhantierten. Obwohl, bei der aktuellen Klimadiskussion, von der ich im Übrigen nichts halte, halten sich die

 
     
 

so genannten Umweltschützer doch sehr zurück, wenn es zum Beispiel um die Bewertung der Abholzung des Regenwaldes geht. Wenn CO2 wirklich ein Problem wäre, würden Merkel und Obama schon aus Selbstschutzgründen nicht mit dem Flugzeug zum so genannten Klimagipfel fliegen und der Erhalt des Regenwaldes würde das bissl mehr CO2 , welches wir bösen Umweltgiftausatmer oder unsere Autos angeblich produzieren, locker binden. Davon redet aber niemand. Das könnte ja die Leute auf Gedanken bringen.

Nach meiner Ansicht handelt es sich bei der ganzen Klimadiskussion um einer der größten Lügen, die uns von Regierungskreisen jemals aufgetischt worden sind. Wie lange wird es dauern, bis man uns unter dem Vorwand, das Klima zu retten, massiv das Geld aus der Tasche zieht ? Und seit wann ist eigentlich COgiftig ??

Und nicht zuletzt: Diesen Winter 2009/2010 gönn` ich den Klimalügnern !

 
     
 

Wie auch immer, an diesem Tag war die Leistung 16557 um 15.19 Uhr nach Vitzenburg zu bespannen. Davor war laut Dienstplan zum Putzen immer genug Zeit. Man möge die Knipsfotoqualität übersehen. Eine Runde um die Lok war, immer wenn sich Zeit fand, üblich und selbstverständlich.52 8033 am 09.08.80 im Bahnhof Röblingen bei einer Nachschau. Die Dienststellenleitung sah das zu dieser Zeit immer noch nicht gern ... also das Fotografieren. Das hielt eben diese Leitungsebene nicht davon ab, nach 

 
     
 

dem Ende der Dampfherrlichkeit als erste zu fragen, ob man nicht ein paar Bilder aus der Dampfzeit bekommen könnte ... :-)
Mir ist, als ob es gestern war. Ein schöner Abend im September des Jahres 1980. Eine Dienstschicht auf 52 8063 lag hinter uns. Der Dienst endete mit der Fahrt auf den Kanal und dem Säubern des Rostes. Nette Kollegen kamen zur Ablösung etwas eher und haben die Maschine auf dem Kanal übernommen und sich dann selbst um das Wasser und die Kohle gekümmert. Nach einer 12-Stunden-Schicht war man dankbar für die zeitige Ablösung. Als ich vom Duschen kam, drehte ich mich flüchtig um. Da standen 5 52er vor dem Schuppen, aber das war ja nichts Besonderes und so ließ ich den Fotoapparat in der Tasche, zumal man es - wie gesagt - im Bw nicht gerne gesehen

 
     
   
               
 

hat, wenn fotografiert wurde und direkt vor dem Fenster der Lokleitung war es ja fast eine Provokation. In dem Moment kamen meine Kollegen mit der 8063 von der Scheibe und ich dachte, wenn die jetzt die vor dem Schuppen noch vorhandene Lücke "zufahren" müßte man ja doch ...  Mehr lustlos, ohne groß was einzustellen, habe ich dann abgedrückt. So kam das Foto zustande und so sieht es eben auch aus. Von links sind das 52 8098, 8033, 8105, 8063, 8119 und 8077. Die nicht gestellte Versammlung von 6 Betriebsmaschinen hätte ich heute gern noch mal vor der Linse. 

 
     
 

52 8098, 8105 8033 ruhen im August 1980 vor dem Schuppen. Rechts steht 52 8033 auf der Scheibe. Sieht man, wie gut wir geputzt haben ? Wie das aber so ist im Leben, die einen möchten, dass die Karre glänzt und andere 

 
     
 

möchten wiederum, dass sie das eben nicht macht und "betriebsverschmutzt" aussieht. Einen solchen Zustand zu erzeugen war früher auf der Strecke keine Kunst, heute ist es bei den Modellen eine. Viele versuchen sich daran, nur selten sieht das so überzeugend aus, wie auf dem Bild der Tillig 52 8033 der Gehlhaar-Modelle aus Rostock in 1:120. Mich hat das absolut überzeugt, als ich wieder mal nach "meiner" seinerzeitigen Stammlok gegoogelt habe und nee, besser kann man das, denke ich, nicht machen. Ich bedanke mich bei Herrn Jens Gehlhaar für die freundliche Genehmigung, das Bild hier verwenden zu können.

 
     
     
   1981 - Am 21.03. verabschiedet sich das Bw von der Dampftraktion  
     
 

Schade, dass ich im Dienst keinen ordentlichen Apparat hatte, sondern nur meine Billig - Beirette. Aber ein richtiger Apparat wurde ja im Dienst nicht besser und es sollten ja nur paar Knipsbilder zur Erinnerung werden. Wenigstens sind die in Farbe. Am letzten Dampf-Betriebstag im Bw Röblingen, es war Sonnabend der 21.03.81, wurde der letzte für 52 8077 geplante Umlauf plötzlich gekippt und von einer 110er übernommen. So fand die letzte Fahrt eines Dampfzuges des Bw Röblingen schon am 20.03.81  

 
     
 

statt. Die Lok 52 8077 verbrachte stattdessen ihren letzten Tag vor demHilfszug des Bw in Bereitschaft. Dass das alles in völlig unspektakulärer Weise vor sich ging, sah man auch daran, dass kein weiterer Fotograf zugegen war und so konnte ich in Ruhe paar Fotos nach meinen Wünschen machen, wofür sich 

 
 
 

alle Beteiligten in Schale geworfen hatten. Das Wetter spielte zwar mit aber es war schon ärgerlich, das verschiedene noch geplante Motive an der Strecke nicht mehr aufgenommen werden konnten. Aber so etwas hebt man sich ja auch nicht für den letzten Tag auf. Gegen Mittag des 21.03.81 ist 52 8077 zum Schaudrehen auf die Scheibe gefahren. Paar Runden, 1 Fotograf und 10 Zuschauer aus der Werkstatt, das war`s. Im Anschluss wurde im Rahmen einer symbolischen

 
     
 

Verabschiedung und Danksagung an das Personal des letzten Dampfzuges die Dampftraktion in Röblingen nach fast 109 Jahren völlig unspektakulär beendet. Unter dem Kessel der 52 8077 ging noch am selben Abend endgültig das Feuer aus. Wir haben die Lok dann in den Schuppen gefahren, das Abschlammventil geöffnet und alles Licht im Schuppen und im Kanal eingeschaltet. Der Dampf verließ den Kessel recht "fotogen". Nach ein paar Minuten sah ich mich allein mit Stativ und Fotoapparat vor dem Schuppen

 
       
 

und es war, als ob der Lok langsam die Seele ausging. Nach 105 Jahren endete am Abend die Dampfzeit im Bw endgültig. Es hat keinen weiter interessiert. Es war der normale Lauf der Dinge.

 

Das Land wäre aber nicht die größte aller DDR`n gewesen, wenn sich die offizielle Reichsbahndirektion Halle am 14.04.81 nicht noch einmal selbst gefeiert hätte:

     
   
     
 

...hieß die reißerische Schlagzeile im "Flügelrad" Nr.6/81, nachdem man also den "gesellschaftlichen Zwängen" Rechnung getragen hat und noch eine "letzte planmäßige Dampflokfahrt der Rbd Halle" veranstaltet hat. Im Rahmen dieser Fahrt kam 52 8033 noch einmal zu Zugehren vor dem GmP 68625 nach Querfurt. Nach ein paar Fotos im Bw an diesem Tag, hatte ich keine Gelegenheit, die Fahrt nach Querfurt zu dokumentieren, da ich schon vor der Abfahrt mit einem dieselbespannten Zug in Richtung Dresden unterwegs war. Leider ...

8033_140481_3.jpg (1628697 Byte)  
     
 

Die letzte Dampflokfahrt war Augenauswischerei, denn die ersten Loks wurden gleich, andere wenig später in Bahnbetriebswerke der Rbd Halle umbeheimatet wo sie teilweise noch bis zum Jahre 1991 (!), wie in Engelsdorf, unterwegs waren. Heute muss ich jedes Mal daran denken und ein bisschen schmunzeln, wenn ich Bilder von 52 8034, 8077 und 8098 sehe, wie sie munter weiter durch die Rbd Halle dampften. Ein Beispiel ist die langjährige Röblinger 52 8174, die Mike Töpfer hier bei Finsterwalde am 25.01.89 (!) angetroffen und in diesem schönen Foto festgehalten hat. Vielen Dank für das Foto.

 
       
 

Nun sahen auch die Lokschilder anders aus. Diese mal bewusst zu fotografieren, ist niemandem eingefallen, mir auch nicht. Es macht heute große Mühe, wenigstens das eine oder andere Foto eines Röblinger Schildes

 
     
 

zu erwischen. Vielen Dank an M. Schulze für das Foto vom Lokschild dieser langjährigen Röblinger Lok, die seit dem 01.04.81 hier war. Durch die schnelle Zuführung der 110er wurden bis zum 21.03.81 alle 52.80 ersetzt. So hatte das Bw ab April 1981 nur noch Dieselloks im Bestand - bis auf  3 Ausnahmen.

Als Dampfspender war 58 1616 übrig geblieben und 52 8108 war noch bis April 1982 als Ersatz an den Auswaschtagen der 58er gelegentlich unter Dampf. Des weiteren war 52 8063 als Dispolok der Oberdispatcherleitung (ODL) noch bis etwa Ende 1981 unter Dampf. Ich traf sie mal am 25.10.81.

 
     
 

Am 23.05.81 verlassen 52 8103 und 52 8077 Röblingen. Die lange Standzeit war der 8103 nicht gut bekommen. Der Regler ließ sich bei der Abfahrt nicht mehr öffnen. Oder wollte sie nicht weg ?

 
       
 

Anlässlich des 1050-jährigen Bestehens der Gemeinde Röblingen am See im Jahre 1982 hatte man 94 1604 stilisiert dargestellt und in den Umzug eingebunden. Eine nette Idee, die immerhin origineller war als das, was die Deutsche Reichsbahn zwar geplant aber nie zustande gebracht hat.

 
       
 

Am 15. September 1981 wurde im Bw die Erinnerung an die Dampfzeit noch einmal für einen Tag wach, als 52 8114 und 52 8033 das Bw für immer verließen und entsprechend reisefertig gemacht wurden. Es bestand noch einmal die Möglichkeit für einige Fotos und man hätte denken können, die Dampfzeit ist noch nicht vorbei. Doch dann zog 52 8114 die 8033 in Richtung Halle.

 
     
 

Die Umbeheimatung von 52 8033-4 erfolgte am 16.09.81 zum Bw Halle G, die 
52 8077-1 ging am 22.05.81 zum Bw Engelsdorf, die
52 8103-5 kam am 23.05.81 auch zum Bw Engelsdorf und die
52 8114-2 findet sich am 16.09.81 im Bw Halle G. 

 
 
 
   
 
 
   1982 - Die erste Lok der BR 111 in der Rbd Halle kommt nach Röblingen  
     
 

Im Personen - und Güterverkehr auf den Nebenstrecken hatten also ab 1981 die 110er und ab 1982 die 112er das Sagen, im Güterverkehr auf der Hauptstrecke bestimmten von den Röblinger Loks die 131er ab jetzt das Geschehen .

Im Sommer des Jahres 1982  - genau am 03.06.82 - wurde die erste Lok der BR 111 der Rbd Halle in Röblingen stationiert. Es war die 111 991, die in erster Linie für den Güterverkehr von Röblingen nach Vitzenburg aus dem Bestand des Braunkohlenkombinates Geiseltal angemietet wurde. Zeitweise fuhr die Lok auch Personenzüge. Mit Beginn der kalten Jahreszeit endeten diese Einsätze wegen der fehlenden Zugheizung. Die 111 991 war ab 24.09.82 nicht mehr in Röblingen stationiert.

 
 
 

Diese Lok hatte die auf 65 km/h herabgesetzte Höchstgeschwindigkeit und wurde meist für den Verkehr zum Kalkwerk Schraplau verwendet.

 
     
   1983 - Das Bw Röblingen steht noch einmal unter Dampf  
       
 

Am 01.09.83 erfuhr ich wieder mal zufällig, dass es im Bw Dampf geben sollte. Am 02.09.83 sollten 38 1182 und 89 1004 kommen, um einen Sonderzug des Intraflug - Reisebüros aus der Schweiz zu bespannen. Wie immer war das alles geheim, denn der Klassenfeind kam an solchen Tagen über uns und man hat uns höheren Ortes diese Begegnung nicht zumuten wollen. Den Sonderzug hat man damals als Begründung für einen Urlaubstag lieber nicht angegeben.

 
       
 

38 1182 steht oben am Wasser und ruht sich vor dem Drehen noch kurz aus. Das Drehen war zum einen notwendig, weil das die Fotografen so wollten und zum anderen musste die Lok in Vitzenburg richtig vor dem Zug stehen um ihn nach Naumburg zu führen. Im Jahre 1983 war die Drehscheibe noch unverzichtbar und kein Mensch dachte auch nur im Traum daran, dass das jemals anders werden könnte.

 
         
 

Zum Bestand von 1983 gehörten auch 131 041 und 131 045, die hier im Winter 1983 vor dem Schuppen posieren.

 
     
   1984 - Das 100 - jährige Streckenjubiläum Röblingen - Querfurt fällt ins Wasser  
     
 

1984 wurde die Strecke Röblingen am See - Querfurt 100 Jahre alt und man beabsichtigte, das wie das 75. Streckenjubiläum 1959, zu feiern. Ich hatte zu dieser Zeit auf Grund verschiedener Umstände keine Gelegenheit, die Vorbereitungen zu verfolgen oder mitzuwirken und irgendwie verlief alles auch im Stillen, so dass keine Informationen nach außen drangen. Obwohl bereits Souvenirs in Auftrag gegeben worden waren hat man die Vorbereitungen und die Feierlichkeiten sang - und klanglos ausfallen lassen. Einen Grund hat man bis heute nicht erfahren.

 
     
   1986 - Die Drehscheibe wird rekonstruiert  
     

 

Die Drehscheibe wurde im Jahr 1986 rekonstruiert. Obwohl das bei der Rbd Halle durchaus mit entsprechenden Fachkräften z.B. in der Abteilung technische Anlagen beim Bw Halle P hätte ausgeführt werden können, wurde der Auftrag an die Fa. Baumechanik Dresden vergeben. Einen wesentlichen Teil der Arbeiten übernahmen die Beschäftigten des Bw Röblingen aber dennoch selbst.

Die alte Drehbrücke sollte ersetzt werden und der Königstuhl. Man fand im Bw Altenburg noch eine Drehbrücke, zwar mit 22,06 m zu lang aber technisch einwandfrei. Die hatte dort schon 11 Jahre ungenutzt gelegen.

Beim Bw Röblingen wollte man die Gelegenheit beim Schopfe packen und die vorhandene Drehscheibe mit einem Durchmesser von 20,06 m um 2 m vergrößern. Man hätte dazu die gesamte Grube um wenigstens 1m weiter nach Norden verlegen müssen und wäre dennoch mit der Betriebsküche kollidiert. Letztendlich wurde der Plan von der Rbd Halle abgelehnt und er scheint heute auch nicht mehr ganz nachvollziehbar, da im Jahre 1986 nun wirklich nicht mehr die Notwendigkeit bestand, die Baureihen 01, 03, 41 und 44 zu drehen. Für die stationierten großen Loks der BR 131 reichte die vorhandene Länge aus.

So wurde also im Zeitraum vom 28.07.86 bis zum 07.10.86 (so ein Zufall - der Geburtstag der DDR !) die um 2 m verkürzte Brücke aus Altenburg eingebaut.

 
       
   1988 -  Saxonia hat erste Probefahrt nach Röblingen a See  
     
 

Am 15.10.88 - fast ganz geheim - unternahm die Saxonia die erste Probefahrt von Halle über Eisleben nach Röblingen. Die Lok hat diese Fahrt ohne Probleme absolviert. Die Mannschaft zog sich zufrieden zu einer Tasse Kaffee zurück, während die Lok vor dem  Schuppen Pause hatte. Es fehlt noch die Verkleidung und vorn sind Regelpuffer angebaut, denn man hatte 102 007 zur Erfüllung der betriebsdienstlichen Bedingungen und als "Angstlok" dabei.

 
     
   1989 - Die Wende leitet den Niedergang des Bahnstandortes Röblingen a See ein  
       
 

Am 24.02.91 war noch der gesamte Bestand im Bw beheimatet. Rechts stehen 131 041, 131006, 131020 und 106 167 vor dem Schuppen. Ab 1992 ging es mit der Einsatzstelle Röblingen abwärts, die Loks waren zum Bw Halle G umbeheimatet. Die Drehscheibe wurde ausgebaut und in das Bw Ulm umgesetzt. Sie dreht noch heute dort.

 
 
     
 

 
     

 

Die Röblinger 131er hatten auch im April 1991 noch genug zu tun, wie man im Foto vom 27.04.91 sehen kann, als sich 3 Röblinger Ludmillas - dieser Begriff wurde meines Wissens in der DDR nicht oder kaum verwendet - im Güterbahnhof von Röblingen a See  ein Stelldichein gaben. Noch im gleichen Jahr verlor das Bw Röblingen aber den Status eines selbstständigen Bahnbetriebswerkes und wurde Einsatzstelle des Bw Halle G.

 
       
 

Auch ein Schild einer Röblinger 106 hat sich erhalten. Die Lok war in den 80er Jahren hier im Einsatz. Dank an Frank Blaufuß für das Foto.

 
       
  Bild folgt

Eine der letzten nicht hochgerüsteten 110er im Bw Röblingen war 110 037. Hier steht sie im Juli 1991 auf der Drehscheibe des Bahnbetriebswerkes.

 
       
  581616_rn_010192_2_c_b1000.jpg (160324 Byte)

Auf diesem  Foto wartet 58 1616 am Neujahrstag 1992 abfahrbereit, mit 5. Kuppelachse versehen und rollfähig hergerichtet an der Ladestraße in Röblingen, um nach Verkauf an einen Privatmann abtransportiert zu werden. Man kann sie im Museum Hermeskeil sehen. Irgendwann habe ich in der Jugendzeit mit 2 linken Händen versucht, der 58 1616 ein "Denkmal" zu setzen... ;-)

 
       
 

Mit Bildung der DBAG am 01.01.94 wurde im Verlauf des Jahres die Triebfahrzeugeinsatzstelle Röblingen am See des Bw Halle G aufgelöst.

Scheinbar ist der aktuelle Schrottpreis jetzt so hoch, dass die Bahn offensichtlich nun auch die Schienen vor dem Schuppen verkauft hat. So beobachtet am 23.07.04. 

 
       
 

Dann ging alles Schlag auf Schlag. Das Bahnbetriebswerk passte von Anfang an nicht mehr in die Börsenpläne der DBAG, als Immobilie war es auch nicht interessant. Es kam, wie es kommen musste. Der Abriss zog sich zwar noch etwas hin, war aber unvermeidlich. Am 21.04.07 spielte aber noch die Morgensonne mit dem Schuppen.

 
     
   2007 - Rückbau der Bw-Anlagen  
       
 

Der komplette Rückbau der Anlagen des ehemaligen Bahnbetriebswerkes erfolgte vom 04.09.2007 bis 13.12.2007 durch DB Netz AG, Anlagenrückbau und Sanierung, im Auftrag der DB AG Immobilien. Patrick Viktor nahm den Abriss des Schuppens am 09.10.2007 auf. 

 

 
  Foto Patrick Wiktor mit freundlicher Genehmigung  
 

Die Bw-Geschichte endet damit. Doch hat sich mittlerweile weiteres Material angesammelt, welches aufbereitet werden soll. Das braucht jedoch alles so seine Zeit bis das hier alles zu sehen sein wird. Manches Bild, welches damals nur so "am Rande" aufgenommen worden ist, wird plötzlich wieder interessant. Bleiben Sie also gespannt und schauen Sie wieder herein.

 
     
  Nachsatz vom Webmaster  
     
 

Gern erinnere ich mich an den ersten Tag im Bw irgendwann im Frühsommer 1979. Ich kannte bis dahin nur die sächsischen IV K, VI K und "VII K" als Heizer. Es konnte nicht schaden, beim Bw Röblingen, welches von der Wohnung keine 3 Minuten entfernt lag, anzufragen, ob man einen Heizer braucht. Man brauchte, denn die Reichsbahn brauchte immer Leute. Das Gespräch begann der damalige Bw-Vorsteher B.G.(†) im reinsten Mansfelder Dialekt : "Jenauso hat dein Vader vor 25 Jaarn vor mir jestanden !"...und beendete das Gespräch mit dem für mich erfreulichen Satz: "Am Bahnsteich 3 steht de Zweenfuffzjer, een Tach fährste mit und lässt dir alles zeijen, morjen kannste dann alleene !" Besser konnte es nicht gehen. Es kam wieder ordentlich Geld in die Kasse aber das war nicht das Wichtigste. Ich war wieder unterwegs - mit Dampf !

 
       
 

Ich bedanke mich bei allen Kollegen für die freundliche Aufnahme. Ganz besonders meinem damaligen "Stammrechtsaußen" E. Trapp - links im Bild klopft er die Luftpumpe der 52 8033 gerade - für die Bilder, sein Verständnis und seine Lust am Fahren, die sich in " Klängen auch bergab " äußerte. Danke für jedes "Passendfahren" für die Fotos. Er möge mir einen wirklich extrem zu hohen Wasserstand während einer Nachtschicht mit 52 8077 im August 1980 mit einem Güterzug mit Überlast in der Steigung von 

 
       
 

Vitzenburg / U. nach Grockstädt nachsehen :-) Gern erinnere ich mich an seine Marotte, in der Richtung von Röblingen nach Vitzenburg, entgegen dem "Trend", rückwärts zu fahren. Das war aber für die Steigung von Vitzenburg nach Querfurt günstiger. Für mich die leider wenig genutzte Gelegenheit für unübliche Bilder. Aber andere Lokführer sind auch gern "richtig herum" nach Hause gefahren. Dank Familie Florstedt ist diese "antizyklische" Bespannung hier mit 52 8060 ungefähr 1978 dokumentiert.


Foto Sammlung Florstedt
 
       
 

Die alten Fotos stammen ja teilweise - und zum Glück - aus Familienalben und entsprechen nicht immer heutigen Qualitätsanforderungen. Aber sie sind Zeitgeschichte und zu schade, um versteckt zu schlummern. Ich konnte einige dieser manchmal nur 6x6 oder 6x9 cm kleinen Fotos vor über 20 Jahren abfotografieren, was leider auch noch verlustbehaftet war. Ich bin froh, dass ich sie habe und danke allen ehemaligen Kollegen, die mir diese Fotos zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt haben. Und vielleicht finden sich ja auf diesem Wege weitere.

 
       
 

 
     
 

Im Jahre 2006 konnte man wieder die Beschriftung über den Schuppentoren lesen, die war jahrzehntelang vom Dreck verdeckt. Wer hat noch gewusst, dass da was steht ? Niemand interessiert sich mehr dafür. Der Schuppen gibt im Innern nach dem Ausbau der Gleise ein eher surrealistisches Bild ab und wird wohl bald einfallen. Das ist nun übrig von einem Betrieb, der fast 120 Jahre Höhen und Tiefen erlebte, der hunderten Leuten Arbeit und Auskommen gab, der davon lebte, das ganz sicher die große Mehrheit der engagierten Eisenbahner gern zur Arbeit kam und damit auch eine ganze Gegend geprägt hat, nämlich den einstigen Eisenbahnknoten Röblingen am See.

 
       
 

Man ahnt noch etwas den Geruch aus Dampf und Kohle, der von den Loks kam, oder vom `Duft` aus der Öl-Bar. Wer erinnert sich nicht an den schmierigen Fußboden und an die im Schuppen verteilten Utensilien aus der Dampflokzeit. Das gehörte dazu, wie der Schwatz mit der Aufsicht unterwegs. Die Dieselzeit war - aus heutiger Sicht - nicht minder schön. Mal ehrlich, das war doch ein feines Fahren mit den Ponys nach Vitzenburg - auch - zum Kaffee bei der Aufsicht :-). 

 
     
 

Und die meisten Kollegen wollten nicht mehr tauschen mit der Dampflok. Mancher wird den Schuppen verflucht haben, wenn er zu unchristlicher Zeit in aller Herrgottsfrühe vom Umziehen kam und noch etwas müde zur Lok ging. Und doch - jeder wird mir recht geben - mit dem Öffnen der Feuertür und dem ersten Blick auf das Reservefeuer war die Müdigkeit verflogen, denn gleich ging es wieder los auf einem der schönsten Arbeitsplätze, den man sich vorstellen konnte, damals im...

 
     
 

 
     

 

Zuletzt werden die Lücken im Zeitablauf der Beobachtung der Geschehnisse um das Bw Röblingen etwas größer, denn ein Wohnortwechsel gestattete nicht mehr, immer vor Ort zu sein, wenn es " was Wichtiges " gab. Und außerdem kam da in meinem neuen Wohnort, noch ein kleiner Quälgeist auf die Welt.

 
 

?... meint er mich...?  Ach ja, und da oben ist ja mein Forschungsergebnis. Der Papa glaubt es bis heute nicht, was da im Schrott gelegen hatte... Damit verabschiede ich mich erst einmal und wenn der Papa seine Dieselloks fertig gezählt hat, will er mich wieder hierher schleppen und weiter erzählen. 

 
     
 

Das war wirklich eine Überraschung, denn wir hatten noch kein "betriebsverschmutztes" Schild. Mit dem Fund eines solchen Schildes im Schrottcontainer, der den Niedergang des Bahnbetriebswerkes ziemlich drastisch ausdrückt, beende ich zunächst diesen Beitrag zur Geschichte des Bw Röblingen am See. Einige Fotos vom Abbau der Infrastruktur werden demnächst noch folgen. Damit die Erinnerung an die Eisenbahngeschichte in Röblingen nicht so verblasst, wie einst die Beschriftung über den Lokschuppentoren, soll die Seite durch Fotos und neue Informationen erweitert werden. Dazu suche ich immer Fotomaterial, besonders vor 1975, und Informationen über die Themen

 
     
 

Bahnbetriebswerk Röblingen a See

 
Strecke Halle - Sangerhausen - Nordhausen - Kassel
Strecke Röblingen - Querfurt - Vitzenburg - Nebra - Roßleben
Strecke Merseburg - Querfurt
Strecke Teutschenthal - Salzmünde
Anschlussbahnen in Röblingen, Stedten, Schraplau, Querfurt und Vitzenburg
Wer helfen kann und möchte: webmaster@weltreisender.com Vielen Dank!
Ganz, ganz ganz besonders suche ich ein Bild einer 83er und einer 50er beim Bw Röblingen a See !!!!! :-)))))
Quellen:
125 Jahre Eisenbahnstrecke Halle - Nordhausen , Regionalverein MESM, Leipzig, 1991
Lauerwald: Die Halle-Kasseler Eisenbahn, transpress  
Lokstatistik lew
Wenn jemand mal auf Eisenbahnfoto-Reise in der Gegend ist, empfehle ich diese preiswerte Unterkunft 

Pension in Röblingen am See

Familie Waack 

Frische Brötchen zum Frühstück in gemütlicher Atmosphäre beim Eisenbahner

Unterlagen des Bw Röblingen und der Rbd Halle
Unveröffentlichtes Manuskript von Uwe Janek (†) , Mücheln
Modelleisenbahner 11 / 84
Chronik der Gemeinde Röblingen am See
Archiv Fröhlich, Querfurt
Fotosammlung B.G.(†), Röblingen
Archiv Otto Welz, Röblingen
Archiv Hans-Dieter Waack, Röblingen
Archiv Hans-Peter Waack, Dresden
 
 
   
 
 
  text und fotos, falls nicht anders erwähnt   ©    hans-peter waack falkensee     letzte bearbeitung 12/2016   home